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Charakter

Abwechslungsreiche, landschaftlich sehr reizvolle Tour in einem wenig begangenen Gebiet der Alpen. Die Vielfalt der Gebirgslandschaft und die Abgeschiedenheit machen diese Tour zu einem Bergerlebnis der besonderen Art. Bewartete SAC-Hütten bieten als Stützpunkte den nötigen Komfort und erlauben den Rucksack leicht zu halten. Die Bahn bringt einem wieder zum Ausgangspunkt zurück. Unmarkierte Geltscherpassagen und teilweise wegloses Gelände erfordern eine gewisse Bergerfahrung auf der sonst gut markierten Route. Schnee gibt es auch im Sommer.

Kurzübersicht

Ausgangspunkt: Oberalppass

Hütten:
Treschhütte 041 887 14 07
Etzlihütte 041 820 22 88
Cavardirashütte 081 947 57 47
Puntegliashütte 081 943 19 36

Zeit: 4 bis 5 Tage

Schwierigkeit: anspruchsvolles Hochgebirgstrekking in zum Teil weglosem Gelände

Ausrüstung: hochgebirgstaugliche Kleidung und Bergschuhe, Karte, Kompass, Höhenmesser, für die Etappe Etzli–Cavardiras über den Brunnifirn zusätzlich Gletscherausrüstung

Landeskarten: 1:25000 Amsteg (Nr. 1212), Trun (Nr. 1213) und Oberalppass (Nr. 1232); 1:50000 Klausenpass (Nr. 246) und Disentis (Nr. 256)

1. Tag: Oberalppass – Treschhütte (3 1/2 Std.)

Von der Oberalppass-Höhe 2033m (Bahnstation, Parkplätze). Der markierte Weg führt in NE Richtung nach Hintere Felli und dem Fellibach folgend zur Fellilücke P 2478. Im Abstieg in die Mulde von Breitplanggen liegt oft noch Schnee. Über Murmetsbüel P 2010.3 nach Obermatt P 1841. Hier wechselt der Weg auf die linke Bachseite. Über Hinter Waldi zur Treschhütte 1475m.

2. Tag: Treschhütte – Etzlihütte (4 1/2 Std.)

Von der Hütte auf dem markierten Weg nach Vorder Waldi wo ein Steg über den Fellibach führt. Der Weg steigt nun steil an, überquert den Pörtlibach am oberen Ende der Felsen auf ca. 1775m und erreicht die Ruinen von Pörtlistäfeli 1872m. Erneut den Bach querend über einen steilen Hang hoch zum ebenen Boden von Hinter Pörtlistäfeli. Vorbei an grossen Blöcken in E-Richtung, über eine weite Geröllhalde und zum Schluss durch eine Schuttrinne zur Pörtlilücke 2506m. Von hier kann der Ruchen 2812m im nicht schwieriger Felskletterei bestiegen werden (SAC Clubführer Urner Alpen Ost).

Von der Lücke auf markierten Wegspuren durch grosse Blöcke und durch eine schuttige Grasrinne. Am Hubel vorbei und einen Bach querend zur Hütte von Hinter Spillaui P 2355. Auf dem Weg nördlich der Hütten von Spillaui vorbei nach Felli und weiter zur Etzlihütte 2052m.

3. Tag: Etzlihütte – Cavardirashütte (5 1/2 Std.)

Von der Etzlihütte führt der markierte Weg nach Müllersmatt 1988m und wendet sich nach rechts um den Steg über den Etzlibach zu erreichen. Weiter über Lägni und am Fusse der Felsen des Schafstöckli vorbei zum Chrüzlipass 2347m. Auf dem Weg zuerst über einen Grashang und dann zwischen Felsrippen steil hinunter in die Val Strem. Auf ca. 2060m, nach den letzten Felsnasen, wo der Hang flacher wird verlässt man den markierten Wanderweg. Von hier bis zur Cavardirashütte ist die Route nicht markiert, aber gut zu finden. Auf Wegspuren dem Bach entlang in N-Richtung bis der Bach sich in verschiedene Läufe aufteilt, die sich ca. 300m nördlich von P 2036 einfach überqueren lassen. Nach gelungener Überquerung steigt man auf Wegspuren über die grasige Rippe von Plauncas Calmut steil auf, überquert den Bach um schliesslich über die Moräne das Seelein zu erreichen 2579m. In NE-Richtung über Schnee und zum Schluss sehr steiles Geröll zur Fuorcla da Strem Sut P 2832. (Wenn noch Schnee liegt, ist hier Vorsicht geboten – Pickel nötig!) In NE-Richtung auf die Ebene des Brunnifirn absteigen. Über die Ebene des Gletschers zur Fuorcla da Cavardias und leicht ansteigend, am Fusse des Gwasmet entlang zur Camona da Cavardiras 2649m. Für diese Etappe sind alpine Erfahrung sowie Gletscherausrüstung zwingend! Wem die Gletscherpassage zu anspruchsvoll ist, der kann durch die Val Strem nach Sedrun wandern, von dort aus mit der Bahn nach Disentis fahren und via Caischavedra, Lag Serein, Brunnigrat zur Cavardiras Hütte aufsteigen (siehe Hüttenanstieg).

4. Tag: Cavardirashütte – Puntegliashütte (8 bis 10 Std.)

Das schönste, eindrücklichste aber auch längste Teilstück, die Königsetappe. Der Abstieg führt durch die Val Cavardiras zur Alp Cavrein Sura. Nun verlässt man den markierten Wanderweg zur Alp Russein da Trun und weiter zur Hochebene der Val Gliems. Vereinzelte Steinmännli und orange Punkte zeigen den Weg. Nach dem Aufstieg zur Fuorcla da Punteglias auf 2800m erfolgt der Abstieg über Geröllhalden und Gletschervorfeld.
Wer dieses Teilstück nicht über das Tal (Alp Russein – Sumvitg – mit Bahn nach Trun – Punteglias) umgehen will, muss über entsprechende Ausrüstung, Orientierungssinn und Bergerfahrung verfügen (Schwierigkeitsgrad T4, 8–10 Stunden, teils weglos und nur spärlich markiert, über weite Strecken kein Handy-Empfang)!
Hier finden Sie eine Streckenübersicht für dieses Teilstück Cavardiras – Punteglias. Wir empfehlen ferner dringend die Lektüre des von Mitgliedern des SAC Winterthur erstellten Detailbeschriebs sowie die Anschaffung aller entsprechenden Karten von swisstopo im Maßstab 1:25000. Als Richtwert gilt: Wer für den Wegabschnitt von der Cavardirashütte zur Alp Russein da Trun mehr als 3h benötigt, sollte den Abstieg durch die Val Russein wählen und nicht in die Val Gliems weiter hoch steigen.

5. Tag: Camona da Punteglias – Trun (2 1/2 Std.)

Der markierte Wanderweg führt durch steile, felsdurchsetzte Grashänge hinunter in die Val Punteglias um immer steiler abfallend das Auffangbecken zu erreichen. Ein Pfad führt über Wiesen hinunter ins Dorf. Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten liegen an der Hauptstrasse. Der Bahnhof liegt im östlichen Ortsteil.